Auf ein Wort – 11.11. – Beginn des kleinen „Shutdown“

Wer die Tage von Aschermittwoch bis Ostern zählt, kommt auf die Zahl 56. Wer die Tage von 11.11. bis Epiphanie (Erscheinung des Herrn am 6.1.) zählt, kommt ebenso auf diese Zahl: Mit dem 11.11. beginnt die „kleine Fastenzeit“, die Vorbereitungszeit auf die Weihnachtsfeiertage. Wurde früher die diese „kleine“ Fastenzeit genauso begangen, wie die „große“, so ist heute oft nur ein kleines Aufflammen närrischer Gemüter am 11.11. festzustellen, bevor es dann mit Epiphanie dann richtig in die „5.Jahreszeit“ geht. Diese 56 Tage des Rückzugs bis Epiphanie werden dieses Jahr durch Covid 19 und die damit verbundenen Beschränkungen geprägt. Wie kann ich diese Zeit gestalten, trotz oder gerade jetzt?
Bei einem Gespräch mit einer Freundin über die Gestaltung dieser Zeit schickte sie mir die Grafik „Wie will ich sein in Zeiten von Covid19?“ - interessant, wie hier der Weg heraus aus der Angst hin zu Lernen und Wachstum gezeigt wird.
Nach Jesu Tod und Hinrichtung hatten sich seine Freunde aus Angst eingeschlossen – dem Leben den Rücken gekehrt. Da erscheint ihnen Jesus und sagt zu ihnen: „Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ (vgl. Joh 20,19ff.).
Ein klarer Auftrag, sich vom Geist Gottes tragen zu lassen und ins Leben und Wachsen zu kommen – auch und gerade jetzt. Vielleicht hilft Ihnen auch die Grafik
Einen guten Start in die „kleine“ Fastenzeit
wünscht Ihnen
Ihr
Matthias Winstel

Mittwoch, 20.05.2020

...langsam (hoch)fahren...

Wie gut es tut, Menschen wieder im Kaffee oder vor den Restaurants sitzen zu sehen - sich WIRK-lich begegnen!
Auch wenn die Corona-Zeit nicht zu Ende ist - die Impulse schon!
Langsam "fährt alles wieder an": Ich wünsche Ihnen, dass es nicht NORMAL wird, dass Sie sich Zeit lassen, damit Ihre Seele nachkommen kann! ...und vielleicht muss auch nicht alles wieder "hochgefahren" werden.
Danke für Ihre spirituelle Weg-Gemeinschaft

Ihr
Matthias Winstel

Sonntag, 17.05.2020

Eine Chance für die Kirche

Es wurde viel diskutiert, ob es sinnvoll ist, in dieser Phase der Corona-Pandemie Gottesdienste zu feiern. Was wir Christen tun - außer Gottesdienst feiern? Gottesdienste gehören zu einem der drei Bereiche kirchlichen Lebens, zur "Liturgia". Weitere Bereiche sind etwa der Dienst am Nächsten (Diakonia). Dieser wurde/wird in der Coronazeit etwa dadurch sichtbar, wenn Menschen Hilfsangebote - etwa im Rahmen von "Kißlegg hilft", machen, also "diakonisch" zu handeln. Manche Eltern waren im dritten Bereich kirchlicher Dienste aktiv, in derGlaubensweitergabe - etwa in der Kommunionvorbereitung, die sie zuhause gemacht haben, im Zeugnisgeben (Martyria).

Nun haben wir ja einen Bereich wieder "aktiviert", die Liturgie. Was machen wir mit der Diakonia und der Martyria? Beim Gespräch mit einem Kollegen über diese Frage verwies er mich auf den tschechischen Theologen und Priester T.Halik, der Anfang April sagte:

"Für viele Leute heißt das Christsein, in die Kirche zu gehen. In der Corona-Zeit ist genau das nicht möglich – aber das bedeutet nicht, dass wir weniger Christ sein müssen. Es fordert uns heraus, tiefer darüber nachzudenken, was es heißt, Christ zu sein."

Ich bin gespannt, was wir sonst noch aus der Corona-Krise lernen.

Einen erholsamen Sonntag und einen guten Start in die Woche

Ihr
Matthias Winstel

Mittwoch, 13.05.2020

Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist...

...so singt Herbert Grönemeyer und so geht es mir manchmal, wenn ich meine Gefühle ausdrücken will. So ging es mir auch am Sonntag, als ich stumm in der Kirche saß und den Gottesdienst versuchte, passiv/aktiv mitzufeiern.
Mir tut es gut, einfach mal zu singen - mit Musik und Gesang meine Seele sprechen lassen. Auch ein lauter Schrei im Wald kann dem Ausdruck geben und so die Seele sprechen lassen.

Ob Sie heute mal den Kopfhörer aufsetzen, Musik genießen und dazu summen, ein Instrument in die Hand nehmen und spielen... oder im Wald brüllen... Musik ist eine wohltuende Sprache der Seele.

Tage voller Musik wünscht Ihnen

Ihr
Matthias Winstel

Sonntag, 10.Mai 2020

Mama méxicana

Als junger Student war ich zum ersten Mal richtig weg - für ein Jahr in Mexiko. Es war sehr hart für mich, von meiner Familie und meinem vertrauten oberschwäbischen Umfeld entfernt zu sein und ohne Internet, Skype oder livestream mal kurz zu kontakten. Saul, Mitstudent an der Uni, wurde mein bester Freund: Er erklärte mir mit Geduld, wie es in Mexiko zugeht und wo man eine Zahnbürste oder eine Hose kaufen kann - mein Spanisch war zu Beginn eine Katastrophe. Sauls Fürsorge tat mir gut in meinem Heimwehschmerz, und seine Mutter adopierte mich gleich - "mi mama méxicana".
Dieses zwei Menschen haben in besonderer Weise - ihrer mütterlichen Art, mich umsorgt und mir Heimat geboten in einem fremden Land, dass ich so lieb gewonnen habe.
Saul wurde Priester und ist nach einer kurzen und schweren Krankheit vor 5 Jahren schon verstorben...
Mit dem Muttertag verbinde ich nicht nur Dankbarkeit gegenüber meinen Mutter, sondern allen Menschen - Frauen wie Männer, die mit ihrer mütterlichen Art Geborgenheit und Heimat vermitteln.
Einen schönen Muttertag allen Mamas, Omas, Uromas und anderen mütterlichen Menschen
wünscht Ihnen
Ihr

Matthias Winstel

Mittwoch, 06.Mai 2020

Endlich - Altes Neu entdecken

Lieber R.,
auf meinen Impuls "Neues entdecken" hast Du mir geschrieben, was Du Ungewöhnliches erlebt hast:

"Ich stelle bei mir fest, dass bisher Gewöhnliches jetzt ungewöhnlich ist. Ich vermisse gerade sehr das leibhaftige Zusammensein mit Anderen, obwohl ich bestens mit Anderen über WhatsApp und Telefon verbunden bin. Aber es ist etwas anderes mit Bekannten z.B. einen Kaffee, ein Glas Wein zu trinken und über Gott und die Welt zu reden. Sie zu erleben, wie sie reagieren, ihre Gegenwart zu spüren. Ich werde es neu schätzen und genießen, wenn es wieder möglich ist!..."

Nun kann ich Dir sagen, dass mit den Lockerungen seitens der Politik und der Kirchen wir uns wieder näher begegnen können - aber es wird nicht sein, wie vorher, keine alte "Normalität". Die letzten Wochen haben auch mich verändert... und ich lerne wieder neu, mit der schrittweisen Annäherung umzugehen... Es gilt immer wieder Neues zu entdecken oder auch "Altes" neu zu entdecken.
Herzlich grüßt Dich

Matthias

Sonntag, 03.Mai 2020

„Livestream“ – Lebensstrom

Nachdem die Ostergottesdienste abgesagt werden mussten, war es wie eine Schockstarre: Keine Feiern! In meiner Heimatgemeinde Bad Waldsee wurde ich dann angefragt, ob ich beim Livestream der Gottesdienste musikalisch mitwirken will. Klar – gerne! Es waren Ostertage, die ich – trotz kleinster Gemeinschaft, mitfeiern konnte, aber auch mit ein wenig Wehmut, dass es in unserer Seelsorgeeinheit Kißlegg nicht geklappt hat mit dem Livestream.

Dieses Wochenende war in Bad Waldsee wieder Livestream. Da ich dieses Mal nicht mitwirkte, konnte ich mir es im Internet anschauen. Es war eine sehr gut vorbereitete und gestaltete Feier, doch bei mir wollte sich dieses „Wohlgefühl“ und die innere Teilhabe nicht einstellen. Woran es wohl lag? Ich habe gemerkt, dass es keinen „Livestream“ bei mir gab - keinen Lebensstrom, der mich mit dieser virtuellen Welt verbinden wollte. Meine Sehnsucht ist eine andere: Die Begegnung in echter Communio - in einer Gemeinschaft, deren Gegenwart ich spüren kann; wo zwischen Menschen nicht virtuelle Livestreams, sondern echte Lebensströme fließen.

Wann und wie das wieder möglich sein wird? Ich weiß es nicht, aber ich spüre diese große Sehnsucht nach Lebensstrom, der mich auf baldige Begegnungen und gemeinsame Feiern hoffen lässt.

Ihr Seelsorger

Pastoralreferent Matthias Winstel

Mittwoch, 29.04.2020

Zeig mir Dein wahres Gesicht...

Gar nicht so einfach, Menschen zu erkennen, die eine Maske tragen. Mit dem Gesicht verbinden wir die Person. Um die Menschen zu erkennen, muss ich derzeit - zumindest beim Einkaufen oder im OPNV, in die Augen schauen.

AUGEN SIND DAS SPIEGELBILD DER SEELE

...dann ist ja eine persönliche Begegnung immer möglich, auch mit den Schutzmasken.
...und wir erkennen im Anderen den Menschen, der sich darum sorgt, dass er mich nicht ansteckt - auch ein schönes Zeichen!

Es grüßt Sie

Ihr
Matthias Winstel

Sonntag, 26.04.2020

Wenn Worte fehlen...

... probier ich es heute mal anders.

Einen schönen Sonntag Ihnen

Matthias Winstel

Mittwoch, 22.04.2020

Weniger ist mehr...

Gestern Abend, nach getaner Arbeit drehten wir noch eine kurze Abendrunde durch's angrenzende Ried - das hatten wir schon länger nicht mehr gemacht; wenigstens die kleine Runde. Auf einmal fanden wir einen Zettel an einem Baum: Der Spruch hat mich gleich zum Nachdenken gebracht...20 Meter weiter: Wieder ein Spruch... über die kleine Brücke. schon wieder... Tolle Idee, in den ruhigen Zeiten so mit anderen "in Kontakt" zu kommen. ... Da, wieder ein Zettel - ich wollte alles aufsaugen, in mir aufnehmen... Doch die anderen Sprüche verwirrten mich eher, als dass sie mich so angesprochen hätten wie der erste. Nach dem 10. Spruch - es kamen auf dieser Wegrunde bestimmt noch 15 andere Sprüche, wollte ich keinen mehr lesen.
Ich ging in Gedanken wieder zu "meinem" Spruch... und fand die Ruhe zum Träumen -die Ruhe, die ich bei diesem Spaziergang am Abend suchte.
Ich bin gespannt, was Sie alles unterwegs an "Ungewöhnlichem" entdecken, und wenn's nur eines ist: Schreiben Sie mir.
Ihr
Matthias Winstel

Sonntag, 19.April 2020

Reifenwechsel

Um Ostern rum ist es immer so weit: Reifenwechsel ist angesagt - es fällt immer in eine Zeit, wo das Leben wieder so richtig "losgeht": Die Natur bricht auf, die Wiesen blühen... Leben in Fülle. Da kommen die Lockerungen in Sachen Corona gerade richtig.
Doch die Spur für dieses Jahr ist eine andere: Es hat sich für mich etwas verändert in den letzten Wochen: Ich will nicht so weiterfahren, wie bisher, es muss sich was ändern. Klar fahr ich jetzt eh mit angezogener Handbremse, es sind ja nur "Lockerungen", aber ein Raserprofil wie früher will ich nicht mehr auflegen - reifenschondes Fahren oder besser:  mit den eigenen Kräften Haushalten ist angesagt. Nicht Vollgas, nur mit Lockerungen, ganz locker!
Einen schönen Sonntag und einen guten Start (ohne Vollgas) in die Woche
Ihr
Matthias Winstel

Mittwoch, 15.04.2020

Herzschmerz

Unsere Freunde haben nach Weihnachten eine kleine Tochter bekommen: Die Mutter schickt uns ein Bild von der Kleinen via whatsapp: Ich schmelze dahin: "Wenn ich sie nun einfach mal auf den Arm nehmen könnte und ein wenig knuddeln... !" Wie es der Zufall will: 2 Stunden später in der Schlange vor dem Postschalter: Da stehen sie, die drei: Mutter, die Kleine und ihr Bruder: Mein innerer Impuls will auf sie zugehen - sie umarmen... der Corona-Blocker bremst mich... und ich spüre diesen Schmerz, mein Gefühl nicht ausdrücken zu können.
Ich denke dabei auch an T., dessen Mutter im Pflegeheim ist und die er nicht besuchen darf... die Menschen, die nicht an einer Beerdigung teilnehmen oder die Trauernden nicht einfach in den Arm nehmen können.
"Schmerzen freudig annehmen", sagte mir vor vielen Jahren eine Exerzitienleiterin bei den Übungen - ja, dieser Herzschmerz sagt mir, dass auch nach fast 4 Wochen Corona ich nicht abgestumpft bin und mich eine tiefe Verbundenheit und Liebe mit Menschen verbindet.

Ihr
Matthias Winstel

11./12.April 2020 - OSTERN

 

Der Tod ist nicht das Ende,
sondern der Durchgang zu einem neuen Leben in Fülle.

FROHE OSTERN

wünscht Ihnen
Ihr
Matthias Winstel

P.S. Hiermit beginnt nun eine neue Form der Impulse (Mittwoch und zum Wochenende), also nicht mehr täglich. Wenn Sie den Impuls per mail haben wollen, melden Sie sich einfach bei mir! Danke für's Mitgehen durch diese Wochen, danke für die ermunternden Anrufe, die herzlichen Rückmeldungen... und die Rezepte (s. erster Impuls) - ich werde sie nach Ostern ausprobieren!

Karfreitag, 10.04.2020

Bodenlos...

...wenn ich den Boden unter den Füßen verliere...
...keinen Halt mehr habe...
...keine Ruhe finde...

"Mein Gott, warum hast Du mich verlassen..."

...doch:

"Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand"

 

Matthias Winstel

P.S.Danke meiner Frau Monika für die Assoziationen zum Bild.

 

Gründonnerstag, 8.4.2020

Adidas & Co. vs.Trigema

In einer Krise scheiden sich die Geister, ganz im Sinne der Wortbedeutung: das griechische Wort "Krino" bedeutet (auch): Scheiden, Entscheiden. Man könnte auch sagen: Das wahre Gesicht kommt zum Vorschein.
Adidas, Deichmann, C&A, Pimkie und H&M haben in der Corona-Krise ihr wahres Gesicht gezeigt durch den Versuch, Mietzahlungen auszusetzen. Andere Unternehmen hingegen versuchen, sich in der Krise umzustellen, um einen Beitrag zur Bewältigung dieser Krise zu leisten.

"Auf dem Wege vor Herrschen zum Dienen bist Du unsere Spur..." - die Spur, von der dieses 'Neue geistliche Lied' spricht, legt Jesus damit, dass er seinen Freunden dienend die Füße wäscht. In den Gottesdiensten denken wir heute besonders an dieses beispielhafte Verhalten Jesu.
Welchen Dienst (d.h.Dienen) wir zur Überwindung der Krise für uns alle ("Communio" heißt Gemeinschaft) tun können, dazu lädt uns der Gründonnerstag ein. ....sicherlich aber nicht durch die Einstellung von Mietzahlungen erfolgreicher Konzerne.

Ihr

Matthias Winstel

P.S. Gründonnerstag kommt wohl nicht von der Farbe grün, auch wenn heute auf viele Tische "Grünes"  kommt. Vielmehr leitet sich das "Grün-" vom mittelhochdeutschen Wort "greinen" ab, was sich mit "weinen" übersetzen lässt.

Mittwoch, 8.4.2020

BX...[bleib ɡˈzʊnt]

Diese Abkürzung bei Nachrichten auf whatsapp oder threema sehe ich immer öfter - fast schon Standard. Klar, was gemeint ist: Ich wünsche Dir, dass der Corona-Virus an Dir vorbeigeht.
Gut gemeint, aber wahrscheinlich ist, dass 2/3 der Menschen den Virus bekommen - vielleicht habe ich ihn schon gehabt und habe es nicht einmal gemerkt?
Manchmal ist es auch eine Situation, die krank macht - nicht sichtbar, aber spürbar: Dann braucht meine Seele eine Stärkung!

BS [bleib schdarg]

Diese Abkürzung habe ich nun für mich gefunden: Bleib stark: Ob Du den Virus hattest oder (noch) nicht, ...und auch wenn die Situation auszuhalten schwierig ist und meine Seele ne Stärkung braucht.

BLEIB STARK... auch heute wieder!

Ihr
Matthias Winstel

 

 

Dienstag, 7.4.2020

"Du bist einmalig"

So eine Aussage läuft runter wie Öl!
Wann haben Sie sich zuletzt was Gutes gegönnt? Klar, der Kaffee beim Italiener fällt weg, auch der Besuch bei lieben Menschen...
Man(n) kann sich auch verwöhnen (lassen), zum Beispiel mit einer kleinen (Selbst-)Massage: Ob Füße, Hände, Gesicht... es gut einfach gut, diese Berührung und das "Verwöhnen" bewusst wahrzunehmen.
Eigentlich wäre heute ja die "Chrisammesse", in der der Bischof die Heiligen Öle weiht. Diese werden dann in allen Gemeinden verteilt, um in bestimmten Situationen Menschen Gutes (Heil) zu erbitten, Stärkung zum Leben, ob bei Taufe oder Firmung, auf dem Krankenbett oder bei der Priesterweihe.
Auch wenn dieses Jahr die Weihe der Heiligen Öle verschoben ist, Sie können zuhause schon damit beginnen, sich etwas Gutes zu tun - allein oder mit jemand Vertrautem.

Lassen Sie sich bestärken!

Ihr
Matthias Winstel

Montag, 6.4.2020

ACHT

Samstagvormittag, wir müssen nur noch schnell was im Laden holen, den Lebensmitteleinkauf für die kommende Woche hatten wir ja vorsichtshalber schon am Tag zuvor gemacht. Von wegen: "...noch schnell". Während meine Frau in der Schlange vor der Kasse steht, warte ich dort und kann dem Treiben zusehen: Wie der Einkaufswagen nach erfolgter Zahlung an der Kasse gleich desinfiziert wird und den "Besitzer" wechselt, der geduldig in der Schlange vor dem Laden wartet, bis er zu den Auserlesenen gehört, die nun mit einem Einkaufswagen rein dürfen und loslegen können.
Doch irgendwie ist alles anders als sonst: Die Leute sind so.... achtsam. Sie achten aufeinander, dass der Abstand eingehalten wird, kein Drängen, keine Hektik, ja: Respekt und Achtung voreinander.

ACHTSAMKEIT
                                                  ACHTUNG
                                                                                             ACHT

Bei diesen Begriffen kommt mir unweigerlich die derzeitige digitale Anzeige auf den Bahngleisen in den Sinn, die ich morgens auf dem Weg zur Arbeit lesen kann: "....Geben Sie auf sich und andere ACHT...."


Wenn uns da ein wenig bleiben würde, nach der Corona-Zeit.... so schlecht fände ich das nicht.

Ihnen einen acht-samen Start in die Karwoche

Ihr
Matthias Winstel

 

Samstag 4.4./Sonntag 5.4.2020 - Palmsonntag

Jetzt erst recht - Hosianna!

Eigentlich hätten über 60 Kinderstimmen am Sonntag das Hosianna angestimmt - gemeinsam! Der Kinderchor der Seelsorgeeinheit war schon für die festliche Prozession in den Startlöchern. Jedenfalls gibt es sangeskräftige Stimmen, die das Hosianna zuhause anstimmen können.
Einige Kommunionkinder - und sicher auch andere, haben sich nicht unterkriegen lassen und einen Palmen gemacht, so etwa Julius oder auch Christoph - toll! Und die Eltern können dann den Palmen segnen - ein Zeichen, dass der König des Lebens in unser Haus Einzug halten soll - trotz Corona, oder GERADE JETZT!

Einen gesegneten Palmsonntag Ihnen
Ihr
Matthias Winstel

P.S. Das Lied, das der Kinderchor für den Palmsonntag geübt hat, finden Sie hier - zum Anhören, Ausdrucken, Singen..., den Link zum Livestream der Gemeinde Bad Waldsee am Sonntag um 9Uhr  finden Sie hier, dazu auch einen Ablauf.

Freitag, den 3.4.2020

Das muss einmal gesagt sein...

DANKE
                     danke
                                                             DaNkE
                                                                                            DANKE
...für die Blumen, den Anruf, den Morgen, die Sonne...
Was? Da trifft bei Ihnen gerade nichts zu? Dann fassen Sie sich an ihre Brust: Jeder Herzschlag - ein Geschenk!
...im Schnitt:
              75 mal pro Minute
                                 4500 mal pro Stunde
                                                  108.000 mal pro Tag - sogar, wenn ich schlafe...    
                                                                         756.000 mal pro Woche
                                                                                               39.420.000 pro Jahr
....und ich muss nichts dafür tun! DANKE!
Ihr
Matthias Winstel  

  ...Danke Ihnen für's Mitgehen durch die Corona-Zeit

Donnerstag, 02.April 2020

"Ich seh den Sternenhimmel..."

03.12Uhr - irgenwas hat mich aus dem Schlaf geholt, in der Nachbarschaft sehe ich auch in 2 Häusern Licht brennen: Auch jemand, den irgendetwas beschäftigt... ?
Manchmal sind für mich diese Nachtstunden kreative Momente, mir kommt die Idee zu einem Impuls... oder eine Lösung für eine Aufgabe, die ich noch zu machen habe und mir dann aufschreibe...
Da gibt es auch diese Momente in der Nacht, wo "nichts" passiert und ich wach bin: Dann schaue ich raus, und wenn sich über den Dächern der Sternenhimmel zeigt, bin ich fasziniert von der Weite und Größe der Schöpfung - eine unzählbare Vielfalt in unzählbaren Jahren entstanden - traumhaft!
...dieser traumhafte Blick und diese schönen Gedanken entlassen mich dann wieder in die Welt der Träume.

Einen traumhaften Tag Ihnen
Ihr
Matthias Winstel
 

Mittwoch, 01.April 2020

Warten (können)

Eine liebe Freundin hat uns Tomatensamen geschickt: Tolle Sorten, dachte ich. Gleich habe ich die Samen in Eierschachteln zur Aufzucht eingesetzt und mich wie ein Wilder an das Beet gemacht: Herrlicher Boden - richtig zum (barfuß) durchlaufen! Alles fertig, jetzt kann's weitergehen!
So:... und  die Pflänzchen? Ich schaue am nächsten Tag, ich schaue am übernächsten Tag... nichts, einfach nichts.

So geht's mir gerade auch mit dieser Ausnahmesituation: Vieles ist ja jetzt gemacht: Fenster geputzt, Schubladen endlich mal wieder ausgeputzt, der Keller aufgeräumt... Jetzt muss es wieder weitergehen!
Wann geht das Leben wieder weiter? Ich muss es aushalten, dass das Beet noch leer ist, dass das Leben gerade brach liegt, und ich merke, dass da sich viel Anderes im Garten des Lebens tut!

Irgendwann - ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet,  war es dann doch soweit: Endlich das erste Pflänzchen! Doch es ist noch zu klein, zu zerbrechlich, würde die kalten Nächte nicht überleben.

Was Corona betrifft, merke ich, wie ich Menschen um mich herum brauche, mal wieder jemand in den Arm zu nehmen, zu besuchen... (Ja, ich gebe es zu: ICH VERMISSE EUCH!!!) . Da merke ich, dass Geduld nicht meine Stärke ist!

Es ist ein bisschen wie Osterhoffnung: Das Leben wird wieder starten, auch wenn ich es nicht in der Hand habe.

Vorfreude ist (vielleicht) die schönste Freude - auf jeden Fall trägt sie mich durch diese Zeit.
...und meine Tomatenpflänzchen brauchen auch noch ein wenig Zeit - was gibt das doch für schöne Tomaten!

Genießen Sie die Vorfreude!

Ihr

Matthias Winstel

P.S....und ich freue mich jetzt schon auf  den Espresso Macchiato mit A. beim Italiener meiner Wahl, die Music-Section mi F.,J. und S., das Treffen mit den Kommunioneltern, das Singen im Chor, auf die Kids bei den Schulgottesdiensten,  das "Schub"-Geben bei der Musikkapelle...

 

Dienstag, 31.03.2020

Runterkommen - sich "ERDEN"

Manchmal verliere ich den Boden unter den Füßen: Ich weiß nicht, wo mir der Kopf steht, renne von einem zum anderen und bekomme eigentlich nichts auf die Reihe... Rennen, eben!
Wenn ich dann in meinen Garten gehe und die Temperaturen es erlauben, "erde" ich mich: Schuhe aus und rein ins Beet, in die Erde - es ist einfach herrlich, mit den Zehen die Erde zu "greifen" und zu spüren, dann wieder auf den Weg gehen, die Steine spüren, über den Rasen...

Ab und zu - auch im Winter, oder morgens früh, wenn der Tau auf dem Rasen liegt, barfuß rauszuflitzen und sich erden - es belebt...                 ...und der Tag fängt anders an.

Einen guten Anfang heute

Matthias Winstel

 

 

Montag, 30.03.2020

"Wem gehört der Teller?"

...frag ich ich mich immer wieder, wenn ich das Geschirr ein- oder ausräume. Irgendwann hat uns da mal jemand etwas Gutes zukommen lassen. Zwar weiß ich im Moment nicht mehr, wer es war (sonst wäre der Teller ja schon längst wieder da, wo er hingehört), aber es freut mich: Es gibt Menschen, die immer wieder an mich/uns denken und uns Gutes wollen.

Die "Corona"-Zeit nutze ich, nun Menschen zu zeigen, die mir wichtig sind: Am Wochenende habe ich wieder gebacken und ein paar Teller von uns sind in andere Haushalte gewandert - gefüllt, versteht sich!
Ob Sie nun einen "fremden" Teller bei sich zuhause haben oder nicht - irgendwas im Haus erinnert Sie sicher an einen lieben Menschen. Rufen Sie ihn doch an und fragen ihn, wie es ihm gerade so geht?!  Auch mal einen Brief schreiben - so mit Papier, Stift und dann eine Briefmarke drauf... Oder lassen Sie ihre Teller auf Reisen gehen - gefüllt, versteht sich!

Einen guten Start in die Woche Ihnen

Ihr

Matthias Winstel

Samstag 29.03.20/Sonntag 30.03.20

Traumreise der Sinne

Wie schön es wäre, mal wieder zu verreisen! Dass das, was gerade nicht geht,an Attraktivität gewinnt, merke ich immer wieder.
Meine Traumreise beginne ich morgens beim Frühstück: Da steht dieses herrliche Glas Himbeermarmelade, das einen für mich unwiderstehlichen Duft aussendet, und mit einem tiefen Zug in die Nase entschwinde ich ins Land der Träume: Bilder aus dem Wald beim Beerensammeln, als Kind heimlich in Omas Garten zwischen den Himbeerreihen gesessen und genascht...
Eine Traumreise der Sinne ist einfach zu haben: Gehen Sie einfach mal in Ihren Vorratsraum, riechen Sie Kaffee, Gewürze... oder Parfüm im Badezimmer... Augen zu und: die Traumreise der Sinne kann beginnen.

Ein be-SINN-liches Wochenende wünscht Ihnen

Ihr

Matthias Winstel

Freitag, 27.03.2020

(Nicht) geklappt?

...und wie war es gestern mit dem Schönen? Vielleicht fragt sich der eine oder die andere von Ihnen, warum es bei ihr/ihm mit dem Schönen nicht klappt.

Manchmal sind es die eigenen, oft hohen Erwartungen, die dies verhindern. Dann hilft mir die Erinnerung an die Geschichte  "Die Alte und die Bohnen"
... und wenn Sie keine Bohnen im vielleicht großen Hamstervorrat finden, es geht auch mit was anderem.

Ihr
Seelsorger

Matthias Winstel

 

Donnerstag, 26.03.2020

Schon wieder...

Ja, ein neuer Tag! Über meinem Schreibtisch hängt ein Text, den ich vor 3 Jahren als Weihnachtskarte bekommen habe:

MAN MUSS MIT ALLEM RECHNEN
                                 - AUCH MIT DEM SCHÖNEN

...da können Sie sich auf was gefasst machen!

Einen schönen Tag Ihnen

Ihr

Matthias Winstel

Mittwoch 25.03.2020

LOVE IT
Love it - change it - leave it (liebe es - ändere es - (ver)lasse es)

Diese drei Worte haben mir es angetan, nur: Was ist gerade mit "change it"? Gerade merke ich die Ohnmacht besonders, nichts machen zu können, nichts ändern zu können.
Auch kann ich aus der Situation nicht einfach "raus". Da kreisen die Gedanken um die Finanzierung des Betriebs, um die Sicherheit der Arbeitsstelle, um den Schulabschluss...
Da ist "love it" angesagt! ...sicher nicht einfach!
...oder in einem Weisheitsspruch von Reinhold Niebuhr formuliert - geradezu als Gebet:

                           Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
                           den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
                           und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Ihr

Matthias Winstel

Dienstag 24.03.2020

Freude schenken

"Das Schöne an Toilettenpapier ist, dass sich der Gruppenleiter keinerlei Sorgen um die Beschaffung des notwendigen Materials machen muss. Sowohl im Gruppenhaus als auch auf einer Reise oder Freizeit steht überall Toilettenpapier in beliebiger Menge zur Verfügung" - Ich musste herzhaft lachen, als ich diesen Morgen auf praxis-jugendarbeit.de dies gelesen habe. Corona verändert auch dies.
Was man mit Klopapier alles machen kann, habe ich vor allem als Jugendseelsorger in der Jugendarbeit erfahren - wir hatten unseren Spaß. Aber in Zeiten von Corona ist dieser Spaß vorbei, oder?

Gestern hatte eine liebe Freundin Geburtstag. Schon blöd, wenn man jetzt Geburtstag hat! Was soll man da schenken? Sie ahnen es: Meine Frau hatte die geniale Idee, ihr zu einer Kleinigkeit noch einen "Klopapierkuchen" zu schenken - ich glaube, die Freundin hat sich mehr über den "Kuchen" gefreut, als über das eigentliche Geschenk. Freude schenken kann so einfach sein!

Einen guten Tag wünscht Ihnen

Ihr Seelsorger

Matthias Winstel

Montag, 23.03.2020

Zu Zweit

"Was, nur noch zu zweit?" Die Anordnung zum öffentlichen Leben ist für manche/n hart. "Was, nur noch zu zweit?"- das haben sich vielleicht auch die gefragt, die Jesus ausgeschickt hat (Lk 10,1-6).
Zu zweit hat schon Vorteile: Kurze Wege, direkte Absprachen, keine Videokonferenz, Vertrautheit...
Diese Woche mal auf den Menschen zu achten, der mit mir geht... oder bewußt im Gespräch oder Telefonat dem Anderen zuhören, bei ihm sein, ohne nebenher was anderes zu tun... jemanden anrufen, der längere Zeit mal mein/e Wegbegleiter/in war und fragen, wie es ihm nun geht in der aktuellen Situation...
...und wenn Sie nicht wissen, wen Sie anrufen sollen, meine Nummer haben Sie ja!

Einen guten Wochenstart wünscht Ihnen
Ihr

Matthias Winstel

Sonntag 22.03.2020 - 4.Sonntag der Fastenzeit

In der Vorbereitung auf den Sonntag  habe ich mich mal wieder ans Backen gewagt. Da kam mir der Impuls von Oliver Spieß aus meinem diesjährigen Fastenkalender in den Sinn, den ich Ihnen weitergeben will:

Gehen lassen

"Und jetzt das Wichtigste", sagte meine Großmutter beim Backen früher oder später. Meistens kamen diese Worte, wenn sie aus der Schublade ein sauberes Geschirrtuch wollte, es ein wenig anfeuchtete und dann über die große Rührschüssel und mit dem Hefeteig legte. "Und jetzt kommt das Wichtigste!" Und obwohl wir als Kinder längst wussten, was es war, schauten wir sie immer fragend an und sie sagte: "Nix! Gehen lassen!" und wuchtete die Schüssel zur Seite. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, dass dieser Moment mich faszinierte. Wie konnte "Nix! Gehen lassen!" das Wichtigste sein, wo der Teig bis jetzt so viel Arbeit gemacht hatte.

aus: WANDELN, Mein Fasten-Wegweiser 2020, www.anderezeiten.de

Liste für solidarische Gaben am Erntedank:

Besonders benötigt werden haltbare Lebensmittel aller Art, die dann an die Tafeln im Allgäu (Wangen, Leutkirch, Isny und bad Wurzach) gehen, wie z.B.:

  • Gemüse in Konserven
  • Früchte in Konserven,Trockenobst
  • Fisch in Dosen
  • Fertiggerichte
  • Sauerkonserven
  • Kartoffeln, Zwiebeln
  • H-Milch
  • Nudeln, Reis, Mehl, Paniermehl, Speisestärke
  • Kaffee, Kakao, Tee
  • nichtalkoholische Getränke ohne Pfand, Aufgussgetränke
  • Nuss-Nougatcreme, Honig, Marmelade, Margarine
  • Knäckebrot, Zwieback, Cerealien, Kekse, Knabbersachen, Müsli
  • Puddingpulver, Backzutaten
  • Zucker, Salz, Essig, Öl, Gewürze
  • Ketchup, Mayonnaise, Senf, Tomatenmark, Bratensoße
  • Bonbons, Süßigkeiten...

Allen, die unsere Aktion unterstützen, ein herzliches Dankeschön!

Matthias Winstel

 

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag, viel Geduld und Genuss - die Sonntage sind ja von der Fastenzeit ausgenommen.
Ihr
Matthias Winstel

...über Rückmeldungen freue ich mich (auch Austausch von Rezepten :-) ).