Der Kißlegger Firmkurs

Die Firmung wird Jugendlichen bei uns im Alter von 13 bis 15 Jahren (8. und 9. Klasse) gespendet. Der Firmkurs fällt bewusst in die Zeit der Pubertät. Jugendliche stehen vor der Aufgabe, die eigene Identität zu entdecken und zu entwickeln, Antworten auf die Frage zu finden: Wer bin ich? Was soll aus mir werden? Wie werde ich von anderen gesehen? Wie werde ich glücklich? Dies ist eine große Herausforderung für die Jugendlichen, zumal diese Fragen meist unbewusst im Lebensalltag angegangen werden.
Jugendliche dürfen in ihrer Lebenssituation nicht allein gelassen  werden. Dies gilt auch für die religiöse Seite des Lebens der Jugendlichen.
Gerade in der Firmvorbereitung geht es darum, dass die Jugendlichen für sich bedenken: Was glaube ich eigentlich? Wie kann ich Gott spüren und denken? Der Firmkurs hat die Aufgabe, Themen des Glaubens ins Gespräch zu bringen. Ursprünglich war die Firmung Bestandteil des Aufnahmeritus in die Kirche und bildete zusammen mit Taufe und Erstkommunion eine Einheit. Im vierten Jahrhundert fiel diese Einheit auseinander. Die Firmung wurde von da an immer mehr als das Sakrament der Reife verstanden.
Unser Wort Firmung kommt vom lateinischen Wort firmare, auf deutsch: festmachen. Firmung möchte die Jugendlichen in ihren Umbrüchen und ihrer Suche festmachen. Sie will ihnen sagen: Du bist nicht allein, du sollst wissen: Gott ist mit dir, er lässt dich nicht allein.
Firmare meint aber auch: Der Jugendliche soll seinen Glauben festmachen. Bei der Taufe haben seine Eltern Ja gesagt, jetzt soll der Jugendliche Ja sagen zu seinem Glauben. Deshalb hat Firmung etwas mit Mündigkeit und Verantwortlichkeit zu tun.
Die Firmung wird den Jugendlichen als Sakrament gespendet. Ein Sakrament ist ein Zeichen (Symbol) dafür, dass das menschliche Leben und die Welt von der Kraft Gottes (Hl. Geist) durchwoben ist. Ein Sakrament ist ein Zeichen für das Da-sein und die Nähe Gottes.
Sakramente sind also Wegzeichen, an denen deutlich wird: Ich bin nicht allein – Gott ist mit mir – und das wird mir jetzt zugesprochen. Unser Firmkonzept versucht, im Blick auf die gesellschaftliche Situation, die psychologische Entwicklung der Jugendlichen und ihrer Lebenswelten, ebenso aber auch im Blick auf die Kirche und die Gemeinde vor Ort den einzelnen Jugendlichen ein kommunikatives Geschehen zu erschließen, in dem Gott ein Kommunikationspartner ist.
In diesem Gespräch, das für Gott offen ist, kann sich Firmung ereignen: firmare – festmachen des eigenen Lebens und Glaubens. Dieses firmare geschieht individuell verschieden. Es gibt keinen verbindlich vorgeschriebenen „Härtegrad“. Unsere grundlegenden Ziele sind:
• Stärkung des Selbst
• Erfahrung von Gemeinschaft
• Darin Gott suchen, entdecken und erkennen