Auf ein Wort - Impulse für Leben und Glauben

"Ich habe fertig"

Mit diesem legendären Ausspruch beendete der ehemalige Trainer von Bayern München, Giovanni Trappatoni, eine sehr emotionale Pressekonferenz. Bald darauf stand sein Abschied in München an.
Mit Abschieden hat es auch die Seelsorgeeinheit Kißlegg zu tun. Mitte Juli wurde Pastoralreferentin Jeanette Krimmer verabschiedet, die Anfang September ihre neue Stelle als Klinikseelsorgerin in Neutrauchburg antritt, und Ende Juli beginnt für Pfarrer Robert Härtel die Pension. Beide "haben fertig" - nicht im Sinne von "ihr Latein ist zu Ende", sondern sie haben etwas fertig gebracht. Mit Dankbarkeit lässt sich auf das schauen, was die beiden angestoßen und zur Wirkung gebracht haben. Etwas fertig bringen heißt dann, dass für die, die hier Anstöße gegeben haben, die Wirkungszeit an diesem Ort zu Ende gegangen ist, es heißt aber nicht, dass ihre Wirkungen beendet sind. Ihr "Da-gewesen-sein" wird weiter wirken.
Im "Fertig-haben" ist aber auch eine Offenheit für Neues enthalten. Wer etwas fertig bringt, der kann in neue Gefilde aufbrechen und am neuen Ort und in der neuen Lebenssituation auf seine je eigene Weise weiterwirken.
Die Abiturientinnen und Abiturienten, die ihre Schulzeit fertig gebracht haben, und an der Universität Tübingen ein Studium aufnehmen, werden an der Neuen Aula von dem Wort "Attempto" begrüßt - "ich versuche es". Dass der Neuaufbruch gelingen möge, sei beiden, die in Kißlegg "fertig haben", von Herzen gewünscht.

Ansgar Krimmer

Weitere Impulse von Ansgar Krimmer finden Sie hier.